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Weniger Bildschirm, mehr Leben?

Medien- und Wirtschaftspsychologie

Eine wissenschaftliche Evaluation der Detach-App

Kurz die nächste Busverbindung checken und plötzlich wieder auf TikTok gelandet. Aus ein paar Sekunden werden Minuten, die Zeit verfliegt. Kommt Dir bekannt vor? Viele digitale Angebote sind darauf ausgelegt, Nutzer:innen so lange wie möglich am Bildschirm zu halten. Das HdM-Startup "Detach" hat sich das Gegenteil zur Mission gemacht: Mit ihrer gleichnamigen App wollen sie Menschen dabei unterstützen, den Smartphone-Konsum nachhaltig zu reduzieren.

Im Rahmen des interdisziplinären Projekts Psychologie und Medien/Kultur/Design, das von den beiden Professorinnen Frau Kammerer und Frau Richter geleitet wird, untersuchen Studierende im WiSe 25/26 in Kooperation mit dem Startup sowie mit Dr. Isabel Brandhorst vom Universitätsklinikum Tübingen, welche Wirkung die App auf Nutzer:innen hat und wie die App und ihre einzelnen Features wahrgenommen und bewertet werden. So können die Studierenden bereits während des Studiums eine praxisnahe Studiendurchführung inklusive Ethikantrag, OSF-Präregistrierung und allem, was dazugehört, umsetzen. Außerdem entwickeln die Studierenden zusätzliche Inhalte, die die App zukünftig erweitern sollen.

Abbildung der App Features Abbildung der App Features Abbildung der App Features

Über Studiengangsgrenzen hinweg

In interdisziplinären Teams arbeiten Studierende aus den Studiengängen Medien- und Wirtschaftspsychologie, Informationsdesign, Informationswissenschaften, Online-Medien-Management und Wirtschaftsinformatik zusammen und setzen dabei Methoden aus qualitativer und quantitativer Forschung ein.

Fragestellungen der Untersuchungen

  • Welche Effekte hat die App auf den Smartphone-Konsum? Durchführung einer Wirksamkeitsstudie mit Prä-Post-Vergleich
  • Wie wird die User Experience der App insgesamt bewertet?
  • Wie können Präventionsinhalte gestaltet werden, damit Nutzende sie als spannend und relevant empfinden?
  • Inwiefern sind „Challenges“ als zusätzliches Feature der App sinnvoll und wie sollten sie gestaltet sein?

Fachwissen anwenden

Im Projekt lernen die Studierenden wie menschliches Verhalten im Kontext der Smartphone-Nutzung durch Reize, Belohnungssysteme und Feedbackmechanismen beeinflusst wird. Danach können sie psychologische Erkenntnisse gezielt einsetzen, um digitales Verhalten zu verändern und zu reflektieren. Außerdem sammeln sie Erfahrungen in der Anwendung von Methoden der psychologischen Forschung und der UX-Forschung. Durch die Zusammenarbeit mit einem realen Praxispartner und Studierenden aus anderen Studiengängen bauen die Studierenden gleichzeitig ihre Skills im Projektmanagement, der Kommunikation und der Teamarbeit aus.

"Die Gruppen sind sehr durchmischt, wodurch in jeder Gruppe ganz verschiedene Kompetenzen vertreten sind. Hier ist es wichtig, die verschiedenen Stärken der Gruppenmitglieder zu kennen und zu nutzen." 

Tim Welz, Student Medien- und Wirtschaftspsychologie